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Anfängergeist

Aktualisiert: Okt 12

Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten. Nach Ansicht des Experten gibt es nur wenige. — Shunryu Suzuki

Findus
Findus

Wir haben ein neues Familienmitglied!


Findus ist ein Rüde, ca. 12 Monate alt, so genau weiß das keiner, und stammt aus einem italienischen Tierheim. Er zeigt mir, wie viel Spaß es macht die Welt zu entdecken.


Wie unmittelbar er seine Umgebung erlebt. Die Straßenbahn, die an ihm vorbeifährt, “Oh, mein Gott! Was ist das?” und dann die Freude darüber, wenn bei dieser “Mutprobe” alles glattgegangen ist. Dann strahlt er mich an, der ganze Hund wedelt und freut sich, wenn ich ihn lobe. Der Schmetterling auf der Blüte, die Taube im Gras, der Apfel auf dem Gehweg… alles ist eine Entdeckung, ein kleines Abenteuer. Und ich bemerke, wie achtlos ich an allem vorübergegangen wäre, wenn er mich nicht gezwungen hätte, die Welt mit seinen Augen zu sehe


n. Es erinnern mich an die Zeit, als meine Kinder die Welt entdeckten und wir für 10 m eine halbe Ewigkeit gebraucht haben, weil jeder Stein und jedes Blatt entdeckt und umgedreht wurde.


Es erinnert mich an ein Retreat, wo ich zum ersten Mal vom Zen-Meister Shunryu Suzuki etwas über den Anfängergeist gelesen habe. Anfängergeist bedeutet, keine Erwartungen darüber zu haben, wie etwas sein sollte. Der Anfängergeist steht außerhalb jeglicher Be- oder Verurteilung. Der Anfängergeist orientiert sich nicht an gut oder schlecht, an zu viel oder zu wenig oder an zu voll oder zu leer. Er kennt keine Leistungserwartung. Er vergleicht sich nicht mit anderen.

Der Anfängergeist nährt sich nicht aus “Wissen”, er nährt sich aus “Neugierde”. Kinder besitzen den Anfängergeist in hohem Maße. Sie reisen mit leichterem Gepäck, als wir Alten, die wir unsere Vergangenheit immer mit uns herumschleppen. Je älter wir werden, je mehr Erfahrungen wir in unseren Rucksack packen, desto leiser meldet sich unser Anfängergeist zu Wort. Manchmal sind unser Wissen und unsere Erfahrungen wichtig, denn sie können uns vor Risiken und Schwierigkeiten bewahren. Manchmal verhindern sie aber auch Chancen und Gelegenheiten, weil wir nicht auf die Idee kommen, unseren Anfängergeist zurate zu ziehen.


Der Geist des Anfängers ist offen, bescheiden, flexibel, lernwillig und nicht leicht zu frustrieren. Er ist ein guter Begleiter, um neues in Angriff zu nehmen. Er befreit uns von Last, nach dem Anfängergeist-Motto: “Ich probiere das jetzt, mal schauen was passiert.” Vom Anfängergeist können wir nur lernen, selten verlieren.

Auf diesem Gebiet sind unsere Kinder die Meister und wir ihre Schüler, sofern wir es zulassen.


Das nächste Mal, wenn du dich selbst vergleichst, an dir zweifelst oder negative Selbstgespräche führst oder an Erwartungen festhältst, erinnere dich daran, den Anfängergeist zu fragen, oder ein Kind.



Buchtipp: “Zen-Geist Anfänger-Geist”, eine Einführung in die Philosophie und Praxis des Zen von Shunryu Suzuki


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